Rabenbruder

.

  Ist einerlei von wo er kommt,
ist zweierlei wie`s ihm geht,
ist meinerlei, ist mein Rabenbruder,
ist keinerlei Freude gewöhnt.

  Schattig sein Gefieder,
feist der Flügelschlag,
stürzt auf mich nieder,
am Rabenbrudertag.

  Er droht, er lacht, er krächzt,
geht auf und ab, unverhofft,
dreht und wendet die Welt um sich herum,
mit durchgedrückten Knien.

  Er mag nicht für mich taugen,
hat zuviel schon gesehen,
mit seinen Rabenaugen:
unheilvoll sein Krähen.

  Wir sind von einer Sorte,
aus selbem Nest gehüpft,
und keines seiner Worte
mir entschlüpft.

  Er schreit und fuchtelt, spuckt und tritt,
aufgeregt sein Gang,
empört, verstört im Augenblick,  
bis er endlich nicht mehr kann.

.

  Ich lege meinen Flügel
auf seine Schulter hin,
so schwarz die Rabenseele,
ich ihr doch Bruder bin.

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4 Antworten zu Rabenbruder

  1. canela sagt:

    geschwisterzwist? schön geschrieben, gefällt mir!

  2. falki sagt:

    ok. habs geschnallt…
    jetzt weiss ich was der rabenbrudertag ist 🙂

    hat was… –

  3. amidelanuit sagt:

    ich muss gerade sehr kiepern. das ist wunderschön und passt so gut zu meinem tag heute. danke! vielen dank.

  4. Katzenelson sagt:

    Ups…
    Fast hätte ich Euch übersehen – trotzdem danke, sehr großzügig! 🙂

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